Reiseberichte

Reiseberichte

Als ich am 6. September in München in das Flugzeug nach Südafrika eingestiegen war, fiel mir ein kleiner Stein vom Herzen. In den letzen Wochen hatte ich intensiven Kontakt zu vielen Weingütern gehabt, die als potentielle neue Geschäftspartner in Frage kamen.

Schneebedeckte-Berge-in-der-Weinregion-Worcester

Alle früheren Reisen nach Afrika waren rein privater Natur. Diesmal war alles anders. Es war nur ein Tag bei dieser Reise, welcher nicht für den Aufbau des Weinhandels und der Reisevermittlung genutzt wurde. Und dieser war für die Hilfsorganisation Go Ahead! e.V. reserviert. Am Tag nach der Ankunft in Johannesburg suchte ich die Pastoral Pre-School im Township von Soweto auf, um dort wie in früheren Jahren die Verwendung der Spenden zu überprüfen. Gleichzeitig begleitete mich der Gründer der Südwerk Stiftung aus Stuttgart, welcher die Arbeit von Go Ahead! vor Ort selbst einmal sehen wollte. Beeindruckend ist es jedes Mal zu sehen, wie die Pastoral Pre-School und die Kinder dort sich entwickeln, auch wenn um diese „Oase der Freude“ extreme Armut tiefe Nachdenklichkeit erzeugt. Ein kurzer Besuch an Nelson Mandela’s Elternhaus und dem nur wenige Häuser entferntem Haus des Friedensnobelpreisträger Erzbischof Desmond Tutu und dem Soweto-Fernsehsender rundeten den Tag ab, und brachten die damalige Situation der Menschen uns nochmals näher.


Schneebedeckte-Berge-in-der-Weinregion-Worcester

Am nächsten Tag folgte ein Inlandsflug nach Kapstadt und von dort ging es ab in die Weinregionen. Überraschend beim Landeanflug waren die großflächig schneebedeckten Berge. Ein wunderschönes Bild, welches ich in den kommenden drei Wochen täglich bestaunen durfte.
Es standen täglich Besuche von zwei oder drei Weingütern an. In Gesprächen mit den Kellermeister/Innen wurde erklärt welche Art von Weinen produziert werden und wie im Weinberg und im Weinkeller gearbeitet wird. Besonders die Themen des nachhaltigen Weinbaus, schonendem Umgang mit Ressourcen (Wasser, Strom, Landschaftsverbrauch), dem Engagement für die lokale Bevölkerung, dem Natur- und Landschaftsschutz und des biologischen Weinanbaus standen genauso auf der Tagesordnung wie natürlich die wichtigste Sache der Weinverkostung
Fischplatte
Die Termine der ersten Woche verliefen nach Plan und so manch ein Tipp zu weiteren interessanten Weingütern wurde mir mit auf dem Weg gegeben. Nach einer ersten telefonischen Kontaktaufnahme und Qualifizierung gegen die Kriterien wurden weitere Termine in den schon gut gefüllten Plan aufgenommen. Um all die Informationen über die Weingüter und deren Weine zu verarbeiten, wurde manche Nachtschicht eingelegt. Die Wochenenden wurden genutzt, um die größeren Distanzen zwischen den Weingütern zurückzulegen. Das Anbaugebiet Olifant-River liegt beispielsweise 350 km nördlich von Kapstadt und auf den kurvenreichen Landstraßen braucht man doch viel Zeit.

Übernachtet wurde in B+B Pensionen, in den entlegeneren Weintälern sind diese aber nicht sehr üppig vorhanden. Es ist in südafrikanischen Restaurants normal, dass der Gast gegen eine Korkgebühr seinen eigenen Wein mitbringen darf. Dies erlaubte es, viele Weine direkt mit einem Gericht zu verkosten und zu vergleichen.

Neben dem Besuch der Weingüter standen auch Treffen mit potentiellen lokalen Reisepartnern an. Zwei interessante Partner wurden gefunden, welche die Anforderungen an bestes lokales Know how, Flexibilität und Individualität der Reise bzw. -begleitung und natürlich die offizielle Zertifizierung als „Tour Operator“ der südafrikanischen Tourismusbehörden haben. Einer der Partner ist zudem eines der wenigen Unternehmen in dieser Branche, welches von „Schwarzen“ gegründet und geleitet wird. Mit diesem Partner ist der Zugang zu allen üblichen touristischen Attraktionen aber auch der lokale Bezug ein ganz anderer. Dies merkt man sehr schnell z.B. beim Besuch eines Weinguts, dem Bazar oder einem Stadtrundgang aber ganz besonders bei den Gesprächen und Erläuterungen der Geschichte und der Verhältnisse in Südafrika.

Alf-und-Wolfgang-stossen-auf-die-Partnerschaft-an
Das Fazit dieser intensiven drei wöchigen Einkaufsreise ist sehr positiv. Ich habe besondere Weingüter gefunden. Sogenannte
Alf und Wolfgang stossen auf die Partnerschaft an Boutique-Vineries, welche den Wein in liebevoller Handarbeit („Slow-Wine“) herstellen, Weingüter, welche als Pioniere des südafrikanischen Bio-Weinbaus gelten, private Familienweingüter mit langer Tradition und besondere Winzereigenossenschaften. Im Bereich der Accessoires wird direkt bei den von Frauen geführten Projekten oder Firmen eingekauft. Alle Einkaufspreise sind fair verhandelt, sie geben den Geschäftspartnern und Mitarbeiter/Innen eine gute wirtschaftliche Grundlage.

Ich wünsche Ihnen viel Freude an den erlesenen Weinen und außergewöhnlichen Accessoires und freue mich über jede Rückmeldung.

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